Augenfällig sind die Mitläufer v.a. in unreifen Gruppen, wie sie z.B. beim Schul-Mobbing vorkommen. Dort ist Mobbing besonders häufig in Schulen mit schulisch schwachen Kindern, sowie von schwächeren Kindern gegenüber „Strebern“ oder anderen Kindern, die in der Schule bessere Noten erzielen als die Täter. Neid ist eine wichtige Triebfeder und bei den Haupttätern auch das Übertünchen von Schwächen durch aggressives Dominanzverhalten, Selbstaufblähung, Demütigen und Erniedrigen der Opfer. Dabei weisen die Haupttäter genügend Sozialkompetenz (Achtung: Nicht mit Empathie zu verwechseln!) auf, um Mitläufer um sich zu scharen, die sie als verlängerte Arme missbrauchen können, um ihre Opfer einzuschüchtern. Diese Mitläufer durchschauen die Situation meist überhaupt nicht. Auch fühlen sie sich quasi „im Schatten“ der Anführer sicher, können an deren künstlicher Selbsterhöhung teilnehmen. Dann gibt es noch die Dulder, die Zu- und Wegschauer, die in Schulen häufig dem Gegengeschlecht angehören (z.B. Mädchen bei Buben-Mobbing). Diese haben oft Angst, selbst Opfer von Angriffen zu werden, wenn sie sich einmischen.

Dieses Muster finden wir, oft etwas verdeckter, auch in der Arbeitswelt, im familiären und anderen Bereichen des Erwachsenen-Mobbings wieder. Hier können die Opfer ebenfalls offen attackiert und gedemütigt werden. Hinzu kommen aber häufiger gezielte Isolierung und Intrigen hinter dem Rücken der Betroffenen. Auch hier spielen die Mitläufer, sehr oft ebenfalls unbewusst, eine unheilvolle Rolle. Besonders bei schwerem und psychopathischem Mobbing unterliegen sie der Gehirnwäsche der oft selbstsicher und charmant auftretenden Haupttäter/-innen, die sich ausgezeichnet verstellen können. Dies trifft besonders dann zu, wenn die eigene Menschenkenntnis überschätzt wird, was leider häufig der Fall ist. Über Mobbing wird zwar heute öfters diskutiert als früher, doch bleibt es allzu oft an der Oberfläche. In breiteren Gesellschaftsschichten gibt es noch keine echte Sensibilisierung für das Thema, davon sind wir noch weit entfernt.


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