Dies ist nach gegenwärtigen Kenntnissen die häufigste Form von Mobbing, die nicht zuletzt auch riesige volkswirtschaftliche Schäden verursacht!

Nach Heinz Leymann mit seinen umfangreichen Forschungen auf dem Gebiet des Arbeitsplatz-Mobbing haben zahlreiche andere Autoren das Thema angepackt. Man ist sich im Wesentlichen einig, dass das Arbeitsklima und die individuelle Zufriedenheit massgebend die Leistung und die Kontinuität in Betrieben und Organisationen aller Art positiv oder negativ beeinflusst. Unternehmen, die das Thema Mobbing vernachlässigen oder durch grossen Leistungsdruck fördern, haben bedeutend mehr Ausfälle durch Kündigungen, physische und psychische Erkrankungen. Vor allem Letzteres sorgt dafür, dass eine grosse Anzahl von Menschen, die wertvolle Arbeitskräfte sein könnten, arbeitsunfähig werden und schwer oder gar nicht mehr im Erwerbsleben Fuss fassen können. Ausserdem wird in Betrieben mit schlechter Umgangskultur auch mehr gestohlen, da die Arbeitnehmer wesentlich weniger Gefühle der Mitverantwortung für ihr Unternehmen entwickeln als in einer Atmosphäre, wo sie Wertschätzung fühlen.

Bei leichteren bis mittelschweren Fällen von Mobbing ist es wichtig, möglichst früh das Gespräch zu suchen, um Schlimmeres zu verhindern. Zum Beispiel sind manche Mobber in Chef-Positionen nicht einmal bewusst „böse“, aber im Grunde überfordert mit ihrer Führungsaufgabe. Zu Narzissmus und Egozentrik neigend, haben sie ein mangelndes Verständnis für die Wirkung ihres Verhaltens. Im Gespräch mit Vorgesetzten, Mitarbeitern, Betriebsleitern usw. empfiehlt es sich, die eigenen Anliegen in Form von Ich-Botschaften (Schulz von Thun) zu äussern und zu erklären, welche Umstände als belastend empfunden und geändert werden sollten. Hilft dies nicht, so empfiehlt sich meistens doch, sich einen neuen Arbeitsplatz mit besseren Bedingungen zu suchen.


Kommentare

Arbeitsplatz-Mobbing — 2 Kommentare

  1. Hallo
    Ich schreibe hier weil ich als co mobbing Opfer nicht mehr weiß wie ich meiner Frau helfen kann. Sie arbeitet jetzt schon über 30 Jahre bei der Bahn ist jetzt 54 Jahre jung und hat sich von Duisburg nach Mainz versetzen lassen damit wir in der Nähe meiner Familie sind.
    Leider war das ein großer Fehler! Meine Frau kommt öfters heim und weint spricht sogar von selbsmord weil sie in ihrem neuen Team systematisch fertig gemacht wird. Ich muss dazu sagen das meine Frau eine ruhige Person ist die ihre Arbeit immer so gut macht wie sie kann. Sie hat sich innerbetriebliche schon 4 mal beworben um aus diesem Team rauszukommen aber obwohl sie sehr viel wissen mitbringt wurde sie immer abgelehnt stattdessen würden Leute ohne Erfahrung genommen, was sie zu dem Entschluss brachte das sie nichts mehr wert ist nach all den Jahren. Sie hat schon soviel gemacht um das zu ändern wird aber immer mehr als störenfried hingestellt und es wird alles nur unter den Tisch gekehrt. Ich habe Angst um meine Frau das sie krank wird oder vielleicht schlimmeres passiert .
    Ich musste mir das nur mal von der Seele schreiben! Danke

  2. Hallo Karl
    Danke für Deinen Bericht. Leider ist das ein sehr negatives Beispiel für einen Betrieb, wo die Verantwortlichen offenbar nicht verstanden haben, dass sie mit ihrem ignoranten Verhalten auch ihrem eigenen Betrieb Schaden zufügen. Siehe auch die Ausführungen zum „Arschloch-Faktor“ von Robert Sutton (Wirtschaftsprofessor).
    Arbeitete Deine Frau in Duisburg in einem guten Arbeitsklima, wo sie menschlich und als Arbeitnehmerin anerkannt wurde? Vielleicht könntet Ihr von dort eine dementsprechende Bestätigung/Bericht anfordern und damit noch einmal das Gespräch bei einem Betriebsvertwortlichen suchen. Auch klar machen, dass an Mobbing nicht das Opfer schuld ist, sondern die Täter, dabei wenn möglich die Haupttäter und Mittäter benennen, mit Beispielen. Gut wäre wirklich, wenn Du Deine Frau zu einem solchen Gespräch begleiten könntest.
    Falls sich nichts Grundlegendes ändern sollte, sollte Deine Frau am besten die Kündigung einreichen und sich krank schreiben lassen, weil sie nach all den Leiden sicher eine Auszeit benötigt. Gut wäre auch, einen Anwalt zu Rate zu ziehen, der Erfahrung im Arbeitsrecht hat und sich wenn möglich mit Mobbing-Situationen auskennt.
    Erst wenn sie sich wieder einigermassen erholt hat, sollte Deine Frau sich für eine neue Stelle bewerben. Rede mit ihr, ob sie psychologische oder psychiatrische Hilfe (oder auch eine alternative Therapie) beanspruchen möchte. Dabei sollte man ruhig etwas wählerisch sein: Es kommen nur Fachleute in Frage, die Sinn für die Mobbing-Mechanismen haben und die Gemeinsamkeiten nicht bei den Opfern, sondern bei den Tätern suchen.
    Darüber hinaus kannst Du Deine Frau unterstützen, indem Du bewusst alles förderst, was hilfreich sein kann für das Selbstwertgefühl und allgemein für das Wohlbefinden von ihr und von Euch als Paar. Auch Entspannungsübungen können gut tun.
    Das wären die Hinweise, die ich geben kann. Ich wünsche, dass Du und Deine Frau den besten Weg finden können, der zur Befreiung führt.
    Herzliche Grüsse
    Erika Reust

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.