Meist fragen sich Betroffene, v.a. die Opfer von abartigem und psychopathischem Mobbing, verzweifelt, was sie falsch gemacht haben und sehen bei sich selbst viele Fehler. In Wahrheit hatten sie aber von Anfang an keine Chance, konnten in diesem Sinne gar nichts „richtig“ machen. Auch schämen sich immer die Falschen, die Psychopathen selbst kennen keine Schamgefühle.

In diesem Zusammenhang möchte ich darauf hinweisen, dass der weit verbreitete Irrglauben, um Erfolg zu haben und/oder sozial anerkannt zu werden, müsse man möglichst perfekt sein, sehr schädlich ist. Wussten Sie, dass praktisch allen bedeutenden Erfindungen viele Fehlversuche vorausgingen? Erfolgreiche Menschen zeichnen sich nicht durch irgendeine „Perfektion“ aus, sondern dadurch, dass sie aus Fehlern lernen und nicht aufgeben, sondern neue Wege suchen. Lesenswert zu diesem Thema ist übrigens das Buch „Lob des Irrtums“ von Jürgen Schaefer.

„Ist das Hirn vernünftig?“ fragt Lutz Jäncke, Professor für Neuropsychologie, im Titel seines Buches 2016 provokativ. Sicher ist, dass unser Hirn ein hochkomplexes und leistungsfähiges Organ ist. Aber es ist auch klar fokussiert und auf unser Überleben ausgerichtet. Von unserer Umwelt können wir schätzungsweise ca. 30% der realen Aussenreize unbewusst aufnehmen, aber nur rund ein Hunderttausendstel bewusst! Alles andere wird ausgesiebt, damit wir uns auf das Wesentliche (oder vermeintlich Wesentliche) konzentrieren können! Das bedeutet auch: Wir sind täuschungsanfällig! Lustig in diesem Zusammenhang ist das Gorilla-Experiment (es gibt noch viele andere vergleichbare Experimente) von Simons und Chabris: Versuchspersonen wurde ein Video von 75 Sekunden Dauer gezeigt, wo zwei Teams mit je drei Spielern in weissen und schwarzen T-Shirts einander einen Basketball zuwarfen. Die Personen sollten dabei die Ballwürfe eines Teams zählen. Mitten im Spiel schlendert eine als Gorilla verkleidete Frau durch das Bild, bleibt kurz stehen und klopft sich mit den Fäusten auf die Brust, bevor sie auf der anderen Seite aus dem Bild schlurft. Das Resultat der Aufmerksamkeitsablenkung: Bis zu Zweidrittel der Versuchspersonen bemerkten den Gorilla nicht!

Gerne möchte ich in diesem Zusammenhang daran erinnern: Denkt daran, nur Tote machen keine Fehler!


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